Eidgenössisches Musikfest 2026
- 14. Juni
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Aktualisiert: vor 10 Stunden
Biel-Bienne, wir kommen! – Eigentlich ein Glücksfall, dass Interlaken beim Organisieren des EMF 26 Forfait gegeben hat und Biel in die Bresche gesprungen ist, noch selten hat sich die Stadtmusik Büren so schnell und geschlossen überzeugt entschieden, am Eidgenössischen teilzunehmen. Es war ja auch fast ein Heimspiel in vertrauter Umgebung und für einige Stadtmusiklegenden dazu noch ein ganz besonderes Jubiläum, sie betraten vor genau 50 Jahren schon einmal in diesem Rahmen die Konzertbühne in Biel! So reiste eine rundum gut gelaunte und musikalisch gestärkte Stadtmusik inklusive Ehrendame, Fähnrich und ein paar treuen Aushilfen mit dem Zug nach Biel - an ein Musikfest, das, irgendwie losgelöst von alternden Traditionen, so erfrischend anders daherkam. Das widerspiegelte sich sogar im Wetter: unser Aufmarsch in warmen Winterjacken vor verschneitem Jura gab kein gewohnt musiktagtypisches Bild ab. Vom Bieler Bahnhof her bewegten wir uns gleich zu Beginn mit dem ÖV bereits wieder ziemlich in Richtung Büren, unsere beiden Konzertvorträge hatten wir ganz am östlichen Stadtrand in der grossen Aula der Schulanlage Linde zu bestreiten. Vor viel Publikum spielten wir dort in einer sehr gelungenen Mischung aus wettbewerbsmässiger Anspannung und erfrischend losgelöster Musizierfreude. Don schafft es immer wieder, dass sich diese ihm eigene, subtile Balance auf uns und die Zuhörerschaft überträgt - der abschliessende Applaus bestätigte dies vollauf! Ebenso überzeugten unsere Version des Aufgabenstücks "Endless Peace" von Pierre-Etienne Sagnol sowie der Vortrag des Selbstwahlstücks "Lexicon oft the Gods" von Rossano Galante die dreiköpfige Jury, sie honorierten unsere Musik mit 175 Punkten, was von 114 in der 2. Stärkeklasse antretenden Vereinen den 28. Gesamtrang ergab.
Mit dem Bus wieder zurück in der Stadt erlebten wir sogleich das nächste Highlight, - wobei "Deepdark" hier eigentlich besser passen würde: die Bieler hatten die geniale Idee, das grosse Kongresshausparking unter der Esplanade temporär von Autos zu befreien und in ein Instrumentendepot umzufunktionieren - viel Platz mitten im Zentrum des Geschehens, aber schon recht dunkel dort unten… Dafür praktisch! Zurück aus der Unterwelt fand man sich sogleich inmitten unzähliger Essstände und diverser langer Bier-und-so-Theken wieder. Wir liessen diese Festmeile erst mal noch links liegen und pilgerten in die Turnhalle Esplanade zum gemeinsamen Mittagessen - es war so gemütlich, wie es in rieseigen "Festhallen" halt so ist, aber unter diesem Aspekt haben die Bieler auch diese Aufgabe bestens gelöst - und fein war es auch.
Jetzt war erneut ein Besuch in der Unterwelt angesagt bzw. Instrumentenfassen im Parkhaus - für die Stadtmusik Büren ist nun Parademusik angesagt. Für diese Vorführung haben sich auch noch unsere "Täfeli-Ching" schön 'rausgeputzt’ dazugesellt. So komplettiert wanderten wir abermals ostwärts und stellten uns direkt neben der Schüss am Beginn der Marschmusikstrecke auf und warteten aufs Startkommando. Dank einigen Minuten Verzug im Zeitplan reichte es auch noch unserem Tambour, welcher ein Doppelmandat bestritt und gerade mit der anderen Musikgesellschaft fertig wurde, knapp auf den ersten Trommelschlag mit uns loszumarschieren. Bekanntlich ist die Marschmusik weder unsere Parade- noch Lieblingsdisziplin, aber irgendwie hat es trotzdem Spass gemacht, ich glaube sogar Don aussi un peu. Und es reichte erst noch für den 13. Platz von 22 Vereinen.

Auf der Kongresshaustreppe besammelte sich nicht viel später noch die ganze Mannschaft für ein überfälliges, wieder mal aktuelles Gesamtfoto unserer Stadtmusik, wo auch die Neuen und Jungen drauf sind und die Älteren so aussehen, wie sie jetzt aussehen.
Das war's dann für die SMB im Plenum eigentlich mit EMF 26 - in ganz Biel war sehr viel los, es gab unzählige Möglichkeiten, sich die Zeit bis zur Rangverkündigung um 22.00 Uhr (!) zu vertreiben und sich dabei aus den Augen zu verlieren. Das nasskalte Wetter trug ja auch nicht gerade dazu bei, zusammen draussen zu verweilen und mit dem wohlverdienten kühlen Bierchen anzustossen. Während viele von uns in kleinen Gruppen durch die Stadt zogen und man sich irgendwo drinnen beim Zuhören anderer Konzertvorträge oder in einem gemütlichen Bistro bei Speis und Trank aufwärmte, traten einige schon früher den Heimweg an. Gegen 22 Uhr fanden sich die Übriggebliebenen aber tatsächlich zur Rangverkündigung unter dem grossen Baldachin auf der Esplanade wieder, wo dann endlich doch auch noch so etwas wie Partystimmung aufkam. Auf der grossen OpenAir-Bühne spielten viele gute Bands, Bier gab's auch und die Stimmung war trotz regnerischen 6°C ausgelassen und fröhlich. Die Rangverkündigung, bei der auch nur die Spitzenplätze verkündet wurde, mutierte dabei beinahe zur Nebensächlichkeit und liess uns nach kurzer Zeit wieder weiterfeiern. Das immer kleiner werdende Stadtmusik Büren-Häufchen zog bis zu den obligaten Moonliner-Abfahrtszeiten weiter und weiter, kreuz & quer durch Biels Nacht - hier ein paar Schöttli, dort ein Bierchen - bis es sich ganz auflöste, und auch der letzte Schlagzeuger nach verschlafener Haltestelle mit Umwegen und Elterntaxi noch nach Hause fand.
Biel-Bienne, wir sind gekommen - und es war richtig, richtig gut. MERCI für das coole Fescht!


































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